19 Oktober 2009 ~ 3 Kommentare

first direct – die coolste Bank Englands

Heute möchte ich über die first direct, eine Online-Bank aus England schreiben. Ist schon etwas her, da habe ich bei einem Vortrag mal etwas über diese Bank erfahren, deren Kundenwachstum zu 1/3 aus Empfehlungen von Bestandskunden  resultiert. Im Rahmen eines Best-Practice-Vortrages wurde damals vorgestellt, dass Kunden der Bank 100 Pfund erhalten, wenn diese mit first direct unzufrieden sind und die Bank wechseln – bis zu einem Jahr nach Kontoeröffnung. Die 100 Pfund waren als Ausgleich für die Unannehmlichkeiten gedacht, die man hat, wenn man die Kontoverbindung wechselt. Wegen der Bedingungslosigkeit und des Vertrauens in die eigene Marke, hatte mich das Konzept schon damals beeindruckt.

Heute stoße ich über einen Link zum Abbiegen bei finance 2.0 wieder auf diese Bank.Die Bank stellt ein Tool (Widget) vor, mit dem sie die in Blogs, Foren, Social Communities wie twitter und facebook über die Bank geführten Gespräche monitored. Dieses Widget ist Bestandteil einer eigenen Bankseite, auf der dann diese Gespräche als Wortwolke live einzusehen sind. So wird das Web 2.0-Monitoring einer Marke zum Allgemeingut. Nebenbei fordert die Bank Besucher der Webseite auf, Ihre Meinung zu sagen “Tell us, what you’re thinking”. Dabei kann es um die Bank und ihre Produkte, über eine ideale Bank, über persönliche Vorlieben und das Verhältnis zum Geld gehen. Die Antworten/Kommentare darauf werden ebenfalls live eingebunden, frei nach dem Motto ” Führe die Diskussion über Dein Unternehmen auf Deiner eignen Seite” – das ist Marktforschung 2.0 !

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Da passt es, dass die Usabiliy der beschriebenen Seite wie auch der ganzen restlichen Bankwebsite extrem hoch ist. Viele leicht zu bedienende Ajax-Inhalte, bei der die Webseite nicht nachladen muss. Produktteaser in Flash – das ist wirklich kein Marktstandard, sondern State-of-the-art.

Im Pressebereich kann man nachlesen, dass die first direct kürzlich zum ‘coolsten Brand’ gekürt wurde. Das glaube ich gern. Vertrauen, Qualität, Service wurden hier so konsequent mit den Möglichkeiten des Internets inzeniert, dass es beeindruckt. Die Marke ist wahrscheinlich so angesagt, dass Kunden es cool finden, bei dieser Bank zu sein. Den billigen Jakob können dann andere spielen. Bei first direct zahlt die Marke ein.

Die first direct ist eine Tochter der HSBC, wurde 1989 gegründet und hat über eine Million Kunden.

Linktipp: Hier habe ich noch einen weiteren deutschsprachigen Artikel über die first direct gefunden.

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Autor:  Thomas Hönscheid berät und unterstützt Finanzdienstleister bei der Neukundengewinnung über das Internet. Bis vor kurzem leitete er das Marketing der OnVista Bank und des Finanzportals OnVista.de. Bei einer großen Genossenschaftsbank war er für klassisches Marketing und Website-Management verantwortlich.


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3 Kommentare zu “first direct – die coolste Bank Englands

  1. Thomas 4 November 2009 um 18:11

    als Ergänzung noch Impressionen aus der dazugehörenden Werbekampagne (offline/online).

    http://www.newsroom.firstdirect.com/articles/live_site_and_online_advertisi

  2. David Reisner 28 November 2009 um 12:50

    Danke für die Details zu der Bank, in Zeiten von “Krise” und co ist es sicher hilfreich und wertvoll für die Bank, wenn sie sich bereits ein starkes Image aufgebaut hat.
    Durch das “Monitoren” direkt auf der eigenen Webseite kann sicher auch schnell reagiert werden, wenn die Meinungen sich mal in Richtung negativ verdichten.
    Eine Frage noch, gibt es zu der Bank auch Affiliate-Marketing Aktivitäten online?

  3. Ralf Jung 7 Februar 2010 um 17:27

    Das Monitoren von Social Communities auf Webseiten wie Facebook, Twitter und Co. ist nichts neues, dass diese Kommentare dann auf der eigenen Webseite erscheinen schon. Die Frage ist, ob die wirklich ungefiltert auf der Webseite erscheinen? Prinzipiell gibt es ja immer etwas worüber man sich aufregen, oder schlecht reden kann. Auf jeden Fall schafft es vertrauen.


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