17 April 2009 ~ 0 Kommentare

Bank-Marketing mit Online-Zinsvergleichen

Zinsvergleiche im Internet bieten Interessenten einen schnellen und kompakten Überblick über die am Markt realisierbaren Konditionen. Aus werblicher Sicht eignen sich diese Zinsvergleiche für Produktanbieter wie Banken, um Anlageprodukte oder Finanzierungen zu bewerben und zusätzliche Reichweite im Bank-Marketing aufzubauen.

Die drei bekanntesten Anbieter für Online-Zinsvergleiche sind Biallo, Mano-Dienste und aspect-online. Alle drei stellen ihre Rechner auch anderen (z.T. großen) Online-Portalen zur Verfügung und erzielen damit eine hohe Reichweite. Die ersten beiden beliefern außerdem regelmäßig eine Vielzahl von Tageszeitungen mit Konditonsinformationen und redaktionellen Inhalten und genießen auch bei Verbrauchern eine hohe Akzeptanz.

Banken haben die Möglichkeit, die hauseigenen Produktkonditionen an diese Anbieter zu liefern. Die Datenanlieferung erfolgt standardisiert über Excel-Tabellen. Die Rechner werden von den Anbietern mindestens wöchentlich oder gar täglich aktualisiert. Die Latenzzeiten zwischen Datenanlieferung und Einbindung in die Online-Rechner sind also sehr gering. Früher war dieser Service für Banken zumeist kostenfrei. Aufgrund der zwischenzeitlich erzielten Marktmacht sind einige Anbieter dazu übergegangen, Einpflegepauschalen zu verlangen. Die Kosten variieren mit der Anzahl der zu pflegenden Produkte, sind jedoch vergleichsweise gering (insgesamt um 500-1.000 Euro/Jahr).

Diese Form des Bank-Marketings eignet sich für Girokonten, Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefe, Privatkredite und Baufinanzierung und ist nicht nur für alle überregionalen Anbieter Pflicht, sondern auch für Regionalbanken sehr lohnenswert. Denn die Anbieter haben in ihre Vergleichsrechner PLZ-Abfragen eingebaut (und fast immer zu Pflichtfeldern gemacht), so dass dem Interessenten immer auch die Konditionen von Banken an seinem Wohnort angezeigt werden.

Wenn die Bank einen Datenübermittlungsworkflow zum Anbieter installiert hat, dann hat sie hier schon mal die eigenen Konditionen mit einer hohen Sichtbarkeit versehen. Denn nun sind ihre Konditionen in den Anbieter-Rechnern integriert und werden überdies offline an Tageszeitungen übermittelt. Die Pflicht ist sozusagen erfüllt.

Es ist aber noch mehr möglich. In der Basisversion kann der Interessent z.B. feststellen, dass Bank xy die für ihn attraktivste Kondition bietet, aber er kann dieses Angebot nicht sofort weiterverfolgen. Stattdessen muss er erst über ein neues Browserfenster – evtl. unter Zuhilfenahme von Google – auf die Webseite des Anbieters gelangen. Dort landet er i.d.R. auf der Startseite und muss sich in dem für ihn fremden Auftritt noch bis zu dem gesuchten Angebot navigieren. Auf diesem Weg kann viel passieren, mit Sicherheit gehen in dieser Variante einige potentielle Kunden verloren.

Die Alternative sind direkte Verlinkungsmöglichkeiten aus den Rechnern und Übersichten. Der Interessent wird dann beim Klick auf das Vergleichsergebnis direkt zur Produktseite im Internetauftritt der Bank geführt. Bei dieser Variante ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie mehr Besucher erhalten, ungleich höher. So neigen Nutzer aus Bequemlichkeit schon dazu, diese Angebote eher zu verfolgen, sogar wenn die Kondition vielleicht etwas schlechter ist. Nebenbei erhält die Bank die Möglichkeit, über Tracking-Links diese Besucher zu identifizieren und von anderen Besuchern der Webseite zu unterscheiden. In der Folge kann z.B. die Konversionswahrscheinlichkeit der Landingpage (Produktseite) bestimmt und durch A/B-Tests verbessert werden. Auch wenn ein Online-Neukundenprozess fehlt, ist das kein Argument gegen diese Variante. Alternativ kann der Interessent in eine Terminvereinbarung oder in einen Call-Center-Kontakt (messbar) übergeleitet werden.

Die Kosten für diese Verlinkungen variieren und werden von den Anbietern unterschiedlich bemessen. Regionalbanken bekommen zumeist Pauschalen angeboten. Pro Produkt und Monat sollte man mit 100 – 150 Euro für diese Pauschale rechnen.  Zum Teil werden aber auch schon klickbasierte Abrechnungsmodelle angeboten. Die Preise liegen dann bei ca. 2,00 – 2,50 Euro/Klick.

Insgesamt stellt Bank-Marketing über Zinsvergleichsanbieter eine sehr effektive Methode dar, um Aufmerksamkeit für das Relevant-Set des Kunden zu erhalten und relevanten Traffic für die eigene Website zu generieren.

Neben den oben genannten Anbietern gibt es noch eine ganze Reihe von weiteren Webseiten, die Zinsvergleiche anbieten. Zumeist handelt es sich hier um Betreiber, die selbst keine Konditionsdaten erheben, sondern fremde Rechner in ihre Seiten eingebaut haben. Die Rechner werden in diesen Fällen über Affiliate-Netzwerke bereitgestellt.

Welche Möglichkeiten sich an dieser Stelle für das Bank-Marketing ergeben, werde ich in einem nächsten Beitrag vorstellen. Haben Sie Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Zins-Vergleichsanbietern gemacht? Über einen Austausch z.B. in Form von Kommentaren freue ich mich.

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Autor:  Thomas Hönscheid berät und unterstützt Finanzdienstleister bei der Neukundengewinnung über das Internet. Bis vor kurzem leitete er das Marketing der OnVista Bank und des Finanzportals OnVista.de. Bei einer großen Genossenschaftsbank war er für klassisches Marketing und Website-Management verantwortlich.


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