25 Februar 2011 ~ 3 Kommentare

Fidor und die Produktchancen von FidorPay

Die Fidor Bank gefällt mir gut und ich interessiere mich schon eine ganze Weile für sie. Trotzdem bin ich bisher kein Kunde der Bank geworden. Eigentlich komisch, weil ich bestimmt zur Zielgruppe gehören müsste. Vielleicht liegt es daran, dass ich PayPal nutze und keine Notwendigkeit sehe, noch ein zusätzliches Onlinekonto zu führen. Aber eigentlich stimmt es auch nur so halb, denn seitdem ich mich mal für brokertainment registriert habe, bin ich doch fidor-Kunde, aber nicht von dem Kernprodukt.

Den Community-Ansatz von Fidor finde ich in der Umsetzung überaus kreativ, z.B. die Produktgestaltung über incentiviertes Crowdsourcing ist echt innovativ. Doch daran, ob die dort geführte Diskussion anschließend auch wirklich zu Produkten führt, die für viele Kunden relevant sind, glaube ich nicht so recht. Für wieviele Menschen sind ernsthafte Diskussionen über Bankprodukte überhaupt interessant? Ich weiss es nicht.

FidorPay und Online-Goldhandel
Auf der Produktseite finde ich den Online-Goldhandel über FidorPay und die Möglichkeit, seine Lebensversicherung zu beleihen, spannend. In beiden Bereichen ist Fidor schon ziemlich einzigartig in Deutschland aufgestellt und der Online-Goldhandel boomt. Auch die Kooperation mit der Crowdfunding-Plattform für freie Künstler Startnext passt perfekt zum Produkt e-wallet, besetzt aber nur eine Nische.

Fidor-Modell und Marketing
Mich würde interessieren, ob sich mit dem Geschäftsmodell von fidor tatsächlich schon genug Leute erreichen lassen? In der Wahrnehmung habe ich noch ein recht diffuses Bild von der Fidor Bank und ihren Produkten. Die PR von Fidor erreicht mich z.B. regelmäßig, hauptsächlich über Twitter, YouTube, Xing und Newsportale. Aber im werblichen Bereich nehme ich die Bank mit ihren Angeboten nicht so deutlich bis gar nicht war. Das Affiliate-Programm ist zum Beispiel recht unauffällig. Für die Affiliates sind die Conversion-Rates ihrer vermittelten Klicks entscheidend. Die Fidor-Produkte sind aber für Nicht-Experten schwierig einzuschätzen. Im Zweifel belässt der Affiliate sein Angebot gleich, statt zu experimentieren.

Heute erhalte ich einen Newsletter von der Fidor Bank, der mich nochmal an das ganze Thema erinnert hat. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich vielleicht – um FidorPay mal auszuprobieren, ein Konto eröffnen werde. Als PayPal-Nutzer bin ich gespannt auf die zusätzlichen Möglichkeiten und ob es vielleicht einen Gebührenvorteil gegenüber PayPal gibt.

Fazit:
Bei Fidor hat eine Fokussierung auf die Kernaktivitäten eingesetzt. Auch wenn einige Marketing-Dinge (Conversion-Optimierung, SEO, Mediaplanung) noch nicht perfekt erscheinen, die Schlagzahl bei Fidor wird auf jeden Fall erhöht. Ich finde, dass zeigen der Newsletter und besonders die neuen Services zuletzt deutlich.

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Autor:  Thomas Hönscheid berät und unterstützt Finanzdienstleister bei der Neukundengewinnung über das Internet. Bis vor kurzem leitete er das Marketing der OnVista Bank und des Finanzportals OnVista.de. Bei einer großen Genossenschaftsbank war er für klassisches Marketing und Website-Management verantwortlich.


3 Kommentare zu “Fidor und die Produktchancen von FidorPay

  1. Matthias Kröner 26 Februar 2011 um 11:35

    Verehrte Kollegen,

    erst einmal herzlichen Dank für die Berücksichtigung unserer – zugegeben kleinen – Bank in Ihrem Blog. Gerne möchte ich als CEO des Hauses die ein oder anderer hier angerissenen Fragen beantworten.

    Vorab: Vielen Dank für dioe Teilnahme bei Brokertainment. Das freut mich – persönlich – ganz außerordentlich, denn wir haben hier die Absicht, die Themen “Börse” und “Spaß” ganz ungewzungen zu verbinden. Wir sind gerade in der Finalisierung eines weiteren, wirklich innovativen Angebotes und werden darüber berichten. Via social media. Wie immer ;-)

    Zur Fidor Bank: Es freut mich, dass man nun auch am Markt eine zunehmende “Ausrichtung” spürt. Diese Ausirchtung ist ganz einfach: Wir sind der Meinung, dass man mit einer “e-wallet” mehr machen kann, als nur Geld von A nach B zu senden. Die Produktpipeline der nächsten Wochen und MOnate wird das weiterhin unterstreichen.

    Schon heute kann man im FidorPay-Konto nicht nur Edelmetalle kaufen und auch “überweisen” (Ja, Sie lesen richtig), man kann Freunden auch Geld leihen und die Bank hält das nach. Natürlich denken wir auch über das Thema “Karte” nach, natürlich beschäftigen wir uns generell mit dem Themekreis “Payment” sowie innovaten Payment-Schemes. Und: der Retail-Kunde wird sicherlich nicht unsere einzige Ausrichtung sein und bleiben.

    Ohne nun mit Beispielen zu langweilen bzw. auch allzu werblich zu werden, kann unsere Ausrichtung wie folgt beschrieben werden: Wir als Bank akzeptieren den digitalen Lebensstil einer Generation, die sich übrigens nicht durch einen Jahrgang im klassischen Sinne definiert.

    Und zur Frage der Markt-Kommunikation sei gesagt, dass wir erst dann ein wenig offensiver an die Sache rangehen werden, sobald die Einsetzbarkeit eines FidorPay-Kontos nicht mehr die Fragen nach der Sinnhaftigkeit aufweist, wie sie jetzt vielleicht noch gegeben sind. Ihre Beschreibung zeigt dies ja. Man muss – davon sind wir überzeugt – in gewisse Märkte und auch Nischen erst reinwachsen, sie verstehen und gemeinsam mit den Nutzern und Kunden erschließen.

    Dies entspricht unserer web 2.0 Ausrichtung und Grundphilosophie. Das Auflisten unserer Produkte auf Vergleichsseiten, dass reine Rausposaunen von Konditionen entspricht dagegen weder einer zeitgemäßen web 2.0 ausrichtung, noch unserer philosophie. Denn: Web 2.0 bedeutet auch, dass man eher zuhört als dass man nur rausschreit.

    Wer will, kann sich zu diesem Themenkreis gerne auch ein Video auf unserem Youtube Kanal ansehen. Hierin stellen wir auf der finovate 2011 in London (fast keine deutschen Teilnehmer und Zuhörer!) unsere weitere Produktausrichtung und Grundsatzphilosophie vor.

    http://www.youtube.com/user/FidorCommBanking#p/a/u/1/Td07n7alFag

    Ich freue mich auf Ihre Anregungen!
    Matthias Kröner
    Sprecher des Vorstands der Fidor Bank AG

  2. Thomas 28 Februar 2011 um 14:26

    Hallo Herr Kröner,

    ganz herzlichen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar und die Informationen zur Geschäftspolitik von Fidor! An dieser Stelle muss ich einfach mal sagen, dass ich es klasse finde mit welchem persönlichen Engagement Sie in der Blogosphäre unterwegs sind und wie gut Ihr Social Media Monitoring funktioniert.

    Ich finde, die Attraktivität eines Payment-Systems wird durch die Anzahl der angeschlossenen Verwender determiniert. Was nutzt das beste System, wenn ich es nicht im Alltag verwenden kann, weil ich niemanden finde, der es akzeptiert? Ein Beispiel, es gibt eine App fürs iPhone, mit der Anwender gratis übers Datennetz telefonieren können. Voraussetzung ist, dass beide diese App installiert haben.

    Ohne es bisher getestet zu haben, würde ich vermuten, dass die Erfolgsformel bei FidorPay so ähnlich aussieht. Das Produkt ist prima, es müssen aber genug Leute mitmachen, damit es sich durchsetzt.

    Viele Grüße,
    Thomas Hönscheid

  3. Matthias Kröner 28 Februar 2011 um 17:36

    …. vollkommen richtig!

    Ein Konto ist “nur” der Anfangs- und nur der Endpunkt einer Transaktion. Die dazwischenliegende Prozeß-strecke entscheidet dann über die Kunden-Akzeptanz. Um die Welt mal etwas einfacher zu gestalten, könnte man sagen, dass es zwei Gründe für eine gute Finanzdienstleistung gibt: 1. Grund: Geld liegt gut. 2. Grund: Geld fließt gut. Grund 1 liegt im Kontoangebot selbst. Grund 2 liegt in der Anbindung des Kontos an den jeweiligen Lebensstil des Kontoinhabers.

    Und nachdem das so einfach ist, richten wir uns in der strategischen Entwicklung unseres Angebots genau danach! FidorPay Konto muss beweisen, dass “Geld gut liegt”, und um den Teil “Geld fließt gut” kümmern wir uns auch. Sehr sogar. Aber eher im Hintergrund ;-)

    mk


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