29 November 2008 ~ 0 Kommentare

LautitiaCard – die Kreditkarte nur für Frauen

Seit kurzem bietet die BW-Bank (eine Tochter der LBBW) eine Kreditkarte an, die speziell auf die vermeintlichen Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten wurde. Hinter dem eleganten Namen Lautitia (lat. für Pracht) steckt eine relativ normale MasterCard, die mittels einiger Zusatzfunktionen für die Zielgruppe gepimpt wurde.

Das mit Sicherheit auffälligste Extra ist eine Handtaschenversicherung, welche auch das Shoppingportemonnaie (bis zu 500 €) und verlorengegangene Dokumente (bis zu 300 €) in die Versicherung einschließt. Außerdem soll es noch einige Kooperationen mit Shopping-Anbietern geben. Auf der Homepage der BW-Bank konnte ich bisher aber nur drei Angebote dieser Shopping-Partner finden. Die Karte ist mit 90 € deutlich teurer positioniert, als z.B. eine MasterCard-Gold.

Mit dieser Form der Kundensegmentierung verfolgt die BW-Bank aus meiner Sicht einen sehr richtigen Ansatz. Was in der Konsumgüterbranche (FMCG) gang und gäbe ist, nämlich gleiche Produkte für unterschiedliche Zielgruppen unterschiedlich zu inszenieren, ist in der Bankenwelt noch sehr selten anzutreffen. Hier gibt es bisher eigentlich nur drei Segmente: Privatkunden, vermögende Privatkunden und Firmenkunden. Innerhalb dieser Gruppen gibt es kaum unterschiedliche Ansprachen.

Deshalb ist die LautitiaCard sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Schließlich stellt die Gruppe der weiblichen Kundinnen über 18 mit 32 Millionen eine sehr attraktive Zielgruppe dar. Eine geschlechterspezifische Segmentierung liegt also geradezu auf der Hand. Ob die LautitiaCard als Produkt die Frauenwelt überzeugen wird, kann man(n) noch nicht abschätzen. Die ersten Meinungen im Netz gehen da auseinander.

Die Kampagne zur Karte kommt von der Agentur GolinHarris.

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Autor:  Thomas Hönscheid berät und unterstützt Finanzdienstleister bei der Neukundengewinnung über das Internet. Bis vor kurzem leitete er das Marketing der OnVista Bank und des Finanzportals OnVista.de. Bei einer großen Genossenschaftsbank war er für klassisches Marketing und Website-Management verantwortlich.


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