16 April 2011 ~ 3 Kommentare

SEO-Index für Banken und Sparkassen 2011

Letztes Jahr im Oktober hatte ich mir die Webseiten der wichtigsten Banken und Sparkassen im Hinblick auf Ihre SEO-Optimierung angeschaut. Daraus wurde dann ein kleines SEO-Ranking, für das ich den Sichtbarkeitsindex von SISTRIX als Maßstab herangezogen habe.

Nun ein halbes Jahr später, habe ich mir die SISTRIX-Daten der Bank-Webseiten nochmal angeschaut und mit denen der ersten Messung verglichen. Dabei habe ich darauf spekuliert, dass starke Veränderungen im Sichtbarkeitsindex Hinweise auf außergewöhnliche (SEO-)Maßnahmen der Banken geben.

Grundsätzlich gilt, je höher der Sichtbarkeitsindex ist, umso mehr Traffic erhält eine Seite von Google. Dies nur zum besseren Verständnis der Kennzahl, wer tiefer eintauchen möchte, dem sei dieser Post auf seo-scene empfohlen, dort erläutert Frank den Sichtbarkeitsindex wirklich sehr tiefschürfend.

#DomainPageRankSichtbarkeit Oktober 2010April 2011Veränderung
1Postbank716,4619,9221%
2ING-DiBa513,5718,4434%
3Deutsche Bank715,4116,9910%
4Sparkasse.de610,3712,2518%
5Sparda Banken610,779,19-15%
6Hypovereinsbank66,338,8840%
7Comdirect66,877,8614%
8Santander Consumer76,517,7319%
9Cortal Consors3 --> 55,967,7129%
10Commerzbank67,227,250%
11ostsaechsische-sparkasse-dresden.de64,526,9854%
12Berliner Sparkasse63,246,63105%
13DKB6 --> 74,536,0734%
14Volkswagenbank54,845,5915%
15Dab-Bank54,835,3210%
16Sparkasse KölnBonn65,215,291%
17Sparkasse München54,665,2513%
18Sparda-West54,234,7211%
19Sparda BW54,013,84-4%
20Norisbank64,813,62-25%
21Kreissparkasse Köln53,453,522%
22Targobank4 --> 53,443,420%
23Hamburger Sparkasse64,643,38-27%
24Berliner Volksbank72,183,2248%
25Sparda Hamburg42,993,207%
26SEB Bank64,431,61-64%
27Volksbank Bühl30,140,2150%

Einige Veränderungen sind wirklich auffällig, deshalb möchte ich später noch etwas genauer auf die betroffenen Webseiten sehen. Zunächst aber noch ein grundsätzliches Problem bei der Interpretation der Ergebnisse. Der Sichtbarkeitsindex bewertet auch Eigennamen wie “Deutsche Bank” oder “Sparkasse” und bezieht diese in die Berechnung des Index ein. Dabei erhalten diese Eigennamen ein recht hohes Gewicht, weil damit hohe Suchvolumina verbunden werden. Übersehen wird dabei jedoch, dass diese Brand-Keywords in keinem Fall kompetitiv im Rahmen der Neukundengewinnung sind. Mit anderen Worten, es gibt Domains die haben einen Sichtbarkeitsindex von mehr als 5 und ranken zu keinem generischen Finanz-Keyword in der Top 10. Andere der untersuchten Domains ranken dagegen für echte Money-Keywords und gewinnen damit Neukunden. Hier werden die Grenzen des Sichtbarkeitsindexes als Kennzahl für SEO-Erfolg deutlich.

Um den oben beschriebenen Nachteil zu begegnen, bietet die SISTRIX-Toolbox die Möglichkeit, eigene Keyword-Sets zu definieren. Der Sichtbarkeitsindex kann dann isoliert auf Basis dieses Sets ermittelt werden.Von dieser Möglichkeit habe ich aber keinen Gebrauch gemacht und die normale Konfiguration benutzt.

Das im Hinterkopf behaltend, möchte ich jetzt etwas genauer auf die Veränderungen schauen und da fällt mir z.B. die Berliner Sparkasse mit über 100% Zugewinn auf. Allerdings kann ich hier auf den ersten Blick keine guten Keywords entdecken, zu der die Berliner Sparkasse in der Google-Top10 erscheint und einen Grund für die Veränderung kann ich nicht finden. Anders der Fall bei der ING-Diba, die 34% zugelegt hat. Die ING-DiBa ist mit vielen generischen Finanzprodukt-Keywords in der Top 10 vertreten und verbessert sich weiter kontinuierlich. Dies zeigt sich aber erst bei der Keywordanalyse, die SISTRIX zum Glück direkt mit liefert. :-)

An der Spitze haben die Sparda-Banken etwas Federn gelassen. Und hier scheint sich der Verlust an Sichtbarkeit tatsächlich auf Money-Keywords zu beziehen. Ärgerlich für die betroffene Bankengruppe, deshalb sollte man hier genauer hinsehen. Ein erster Blick zeigt, dass bei dieser Domain keine neuen Links aufgebaut wurden und das natürliche Link-Wachstum war zu niedrig, um die Rankings zu behalten. Tendentiell hat die Domain sparda.de sogar an Links verloren.

Backlinkentwicklung Sparda.de

Mit Sicherheit Links aufgebaut, hat dagegen die kleine Volksbank Bühl. Aufgrund Ihrer Social Media Aktivitäten wird Ihr eine hohe Aufmerksamkeit zuteil und daraus entstehen Verlinkungen. Leider nicht in den kompetitiven Bereichen. Dagegen erschliesst sich mir das Domain-Konzept der Santander Consumer überhaupt nicht. Es gibt insgesamt drei Domains www.santander.de www.santanderbank.de und www.santanderconsumer.de mit ähnlichen Inhalten. Hier kann man sicher durch Konzentration und die Links der fusionierten SEB-Bank einiges mehr heraus holen.

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Autor:  Thomas Hönscheid berät und unterstützt Finanzdienstleister bei der Neukundengewinnung über das Internet. Bis vor kurzem leitete er das Marketing der OnVista Bank und des Finanzportals OnVista.de. Bei einer großen Genossenschaftsbank war er für klassisches Marketing und Website-Management verantwortlich.


3 Kommentare zu “SEO-Index für Banken und Sparkassen 2011

  1. Oliver 30 Mai 2011 um 16:32

    Sehr interessanter Beitrag, danke. Ich habe auch mal die Adwords Kampagnen in der Branche angeschaut (war davor mehr PPC als SEO) und es sah ziemlich ähnlich aus: Die Unternehmen investieren, wie es scheint, komplett.

  2. Peter 18 August 2011 um 11:00

    Der Aussage, dass umso höher der Sichtbarkeitsindex ist, umso höher ist der Traffic kann ich definitiv nicht bestätigen. Ich kann das mit einigen Beispielen belegen. Aber Frank hat ja auf seinem Blog detailliertere Informationen zum Sistrix-Sichtbarkeitsindex.

  3. Kredit Kartei 7 November 2011 um 01:32

    Zum SISTRIX Sichtbarkeitsindex gibt es ja viele Meinungen. Ich halte es für eine gute Kennzahl, an der man den Traffic einer Seite immer noch am besten einschätzen kann. Jedenfalls viel besser als z.B. mit dem Alexa-Rank (den es schon rund 10 Jahre länger gibt als den SI). Hieb- und stichfest ist der SI nicht, aber eine solide Kennung, die nach dem tatsächlichen Ranking geht und durch Google Zahlen belegt wird.


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