19 Juni 2009 ~ 5 Kommentare

Suchmaschinenmarketing bei Banken – Ergebnisse der Studie von ibi research

Im Februar dieses Jahres hat ibi research eine Umfrage zur Anwendung von Suchmaschinen-Marketing in deutschsprachigen Kreditinstituten durchgeführt. Letzte Woche wurden nun die Ergebnisse veröffentlicht.

Banken stehen in diesem Bereich zwei Instrumente zur Verfügung: Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Keyword-Advertising (SEM). SEO zielt darauf ab, die Sichtbarkeit der eigenen Webseite bei Google zu verbessern. In der Folge wird die Webseite bei Suchanfragen häufiger unter den ersten 10 Ergebnissen angezeigt und so zusätzlicher Traffic generiert. SEM ist das bezahlte Gegenstück zu SEO. Textanzeigen werden neben den organischen Suchergebnissen plaziert und führen den Suchenden zum Produktangebot der Bank.

Nach den Ergebnissen der Studie gewinnen diese beiden Teilbereiche des Online-Marketings auch bei Banken immer größere Bedeutung, wenngleich bei der Anwendungshäufigkeit immer noch E-Mail-Marketing und die klassische Banner-Werbung vorne liegen.

  • E-Mail-Marketing = 75,61%
  • Klassisches Online-Marketing = 74,39%
  • Suchmaschinen-Optimierung = 67,07%
  • Keyword-Advertising = 62,20%
  • Affiliate-Marketing = 30,49%

Überrascht hat mich an dieser Stelle, dass SEO eine so häufige Anwendung erfährt, die sogar noch über Keyword-Advertising (SEM) liegt. Vor einiger Zeit hatte ich noch darüber geschrieben, dass in diesem Segment viele Banken noch Nachholbedarf besitzen. Sollte sich das seitdem so stark verändert haben?
Eine einfache Abfrage bei Google zu den gängigsten Produkten aus dem Retailbanking zeigt, dass sich hier immer noch wenig getan hat. Bei Suchbegriffen wie etwa Festgeld, kostenloses Girokonto, hausfinanzierung, privatkredit, tagesgeld etc. ist nur selten eine Bankseite unter den ersten 10 Ergebnissen zu finden. Im Bereich der bezahlten Ergebnisse (SEM) finden sich dagegen regelmäßig eine größere Zahl von werbenden Banken.

Wenn Affiliate-Marketing so weit abgeschlagen aufgeführt wird, liegt das mit Sicherheit auch am dürftigen Angebot für Regionalbanken in diesem Bereich. Kaum ein Publisher scheint Interesse zu haben, eine Bank mit einer möglichen Maximalreichweite von einigen 100.000 Menschen in sein Angebot aufzunehmen. Hier verhalten sich die Publisher ähnlich wie Einzelhändler, die auch nur umsatz- und margenstarke Produkte in ihre Regale stellen. Moderne Händler wie Amazon machen allerdings vor, dass auch im Longtail-Bereich Geld zu verdienen ist.

Fazit der Studie:
Suchmaschinen-Marketing bietet für alle Banken enormes Potential. Sämtliche Institute werden daher ihre Kenntnisse in dem Bereich ausweiten. Im Wettbewerb mit anderen Instituten könnte diese Disziplin für die entscheidenden Vorteile im Kampf um Kunden sorgen.

ibi research hat es mir freundlicherweise gestattet, die Ergebnisse der Studie hier als Zusammenfassung zum Download anzubieten.

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Autor:  Thomas Hönscheid berät und unterstützt Finanzdienstleister bei der Neukundengewinnung über das Internet. Bis vor kurzem leitete er das Marketing der OnVista Bank und des Finanzportals OnVista.de. Bei einer großen Genossenschaftsbank war er für klassisches Marketing und Website-Management verantwortlich.


5 Kommentare zu “Suchmaschinenmarketing bei Banken – Ergebnisse der Studie von ibi research

  1. Philipp 11 September 2009 um 16:56

    Zitat: “Kaum ein Publisher scheint Interesse zu haben, eine Bank mit einer möglichen Maximalreichweite von einigen 100.000 Menschen in sein Angebot aufzunehmen.”

    Das Problem nur auf der Seite des Publisher zu suchen, ist zu einfach.

    Als Betreiber mehrerer Finanzportal würde ich liebend gerne auch kleinere Banken und Regional begrenzte Angebote vermarkten. Meine Erfahrung auf diesem Gebiet zeigt jedoch immer wieder, dass sich viele Institute mit Themen wie “Affiliate-Marketing” oder “Suchmaschinenoptimierung” nicht beschäftigen. In den meisten Fällen sehen sich die Banken leider nicht in der Lage entsprechende technische Grundlagen zu schaffen oder beantworten Anfragen mit einem “Derzeit leider kein Budget”.

  2. D.S. 12 November 2009 um 19:43

    Muss ich Philipp zustimmen die meisten regional begrenzten Banken beschäftigen sich mit dem Thema nicht. Das weitere regionale Banken sind ja nicht wirklich regional begrenzt in der heutigen Zeit wo ein Grossteil der Banken Online Banking anbieten.

  3. Peter B. 25 November 2009 um 12:22

    Das stimmt schon. Ich habe vor Kurzem bei der Bank vor Ort ein Geschäftskonto eröffnet und dann kam das Thema Internet auf. Die Abreiter bei der Bank haben alle Interesse und würden gerne ein Konto online vermarkten auf Affiliate Basis. Eine Woche später bekam ich die Nachricht, dass sich der Vorstand dagegen entschieden hat, ebenfalls mangels Budget. ALso auch derselbe Grund wie oben erwähnt.

  4. Martin der Student 4 März 2010 um 23:32

    Das liegt zum Großteil auch daran, dass Vorstandsvorsitzende nicht gerade immer die jüngsten und auch nicht sonderlich am Web interessiert sind. Jedenfalls meine Erfahrung.

  5. Frank 23 September 2010 um 23:13

    Hatte gerade wieder eine Anfrage für eine Bank, die nur in Ostdeutschland + Berlin Kunden werben darf. Habe auch dankend abgelehnt, zumal das Angebot der Bank auch kein Reißer war.